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Chepedaja's Archive on May 09, 2008
Description
Betrachtet man die bestimmenden Faktoren bei der Entstehung der sozialen Tugendstruktur, so kann man ein Zusammenspiel folgender Momente beobachten (59): 1. gesellschaftliche und ökonomische Faktoren, denen, weil sie nur schwer zu verändern sind, ein gewisses Übergewicht zukommt; 2. religiöse, politische und philosophische Ansichten (» Ideen und Ideale«), die zwar in der sozialen Tugendstruktur wurzeln, diesen jedoch auch wieder bestimmen und stabilisieren; 3. schließlich spielen aber grundlegende menschliche Bedürfnisse wie das nach Bezogenheit, Verwurzeltsein, Transzendenz usw., die alle notwendig vom Menschen befriedigt werden müssen und für das Glücken menschlichen Lebens unverzichtbar sind, eine aktive Rolle in diesem Zusammenspiel.(60) Solange nun dieses Zusammenspiel harmonisch und stabil bleibt, hat die soziale Tugendstruktur eine vorwiegend stabilisierende Funktion. Ändern sich jedoch die Bedingungen derart, daß eine Diskrepanz zwischen den die soziale Tugendstruktur bestimmenden Faktoren und der vorgegebenen sozialen Tugendstruktur entsteht, so wird die soziale Tugendstruktur zu einem Element der Desintegration statt der Integration, - »zum Sprengstoff statt zum Mörtel des Sozialgefüges« . (61)