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Chepedaja's Archive on May 09, 2008
Description
Was den Franzosen der Schlosspark und den Engländern der Landschaftsgarten ist, ist den Deutschen und Österreichern die Landesgartenschau. Im Unterschied zu den historischen Ausprägungen der Gartenkunst ist die Gartenschau ein relativ junges Phänomen. Seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts werden meist im Zweijahresrhythmus an wechselnden Standorten temporäre Gartenschauen veranstaltet. In Tulln wurde nun erstmals eine Gartenschau als permanente Institution eingerichtet. Nicht nur die Ansätze in der Landschaftsarchitektur haben sich über die Jahrhunderte verändert, sondern auch die Kunst, der immer schon eine wichtige ergänzende Rolle in diesem Bereich zukam, hat sich weiterentwickelt. Wie die Gärten heute nicht mehr nur dem reinen Lustwandeln und dem visuellen und olfaktorischen Genuss dienen, sondern vermehrt strukturfördernde und ökologische Fragestellungen verfolgen, begnügt sich auch die Kunst nicht mehr mit dem rein abbildenden Spiel von Natürlichkeit und Künstlichkeit. Dennoch bewegen sich Garten und Kunst auf dem Gebiet einer Gartenschau weiterhin auf dem umstrittenen Terrain des Spektakels. Aus diesem Grund lud die Jury von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich in Zusammenarbeit mit der Leitung der Landesgartenschau Tulln bewusst Künstler und Künstlerinnen ein, die sich in ihren Arbeiten bereits kritisch mit der fortschreitenden Privatisierung und Inszenierung des öffentlichen Raumes sowie mit der Verflechtung von Wirtschaft, Politik und Kultur auseinandergesetzt haben.