Web-2.0-Anwendungen fördern den innerbetrieblichen Wissenstransfer ? vor allem, weil sie wesentlich einfacher zu bedienen sind als traditionelle CMS und DMS.
Die Wirtschaftswelt ist sich einig: Wissen – und zwar genau das Wissen, das für eine Aufgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird – ist einer der wesentlichsten Erfolgsfaktoren im globalen Wettbewerb. Eine technische, organisatorische und kulturelle Infrastruktur, die den nutzbringenden Wissensaustausch erleichtert, ist dementsprechend für Unternehmen aller Grössen und Branchen heute ein Muss.
Von der Klosterbibliothek zum Content Management
In früheren Zeiten war Wissen ganz generell wenigen Privilegierten wie Mönchen und Königsberatern vorbehalten – weder gab es technisch die Möglichkeit, einen breiten Interessentenkreis mit Wissen zu versorgen, noch beherrschte das «gemeine Volk» essentielle Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben. Mit der Erfindung des Buchdrucks änderte sich viel – aber nach wie vor lagerten die meisten Erkenntnisse der Menschheit in muffigen Bibliothekskellern und liessen sich nur mit erheblichem Aufwand erschliessen.
Erst seit rund zweieinhalb Jahrzehnten ermöglicht die Informatik, Wissen platzsparend zu speichern und ortsunabhängig zu nutzen. Die eigentliche Revolution kam mit dem Internet, das sprichwörtlich «das gesamte Wissen der Menschheit» jedem Interessierten zugänglich macht. Damit verschwindet ein entscheidendes Problem aber nicht, es wird im Gegenteil sogar verstärkt: Es ist kaum einfacher, aus der globalen Informationsflut das wirklich Benötigte herauszufiltern, als in der Klosterbibliothek zwischen verstaubten Folianten das gesuchte Dokument zu finden.
Content- und Document-Management-Systeme unterstützen das Wissensmanagement durch Kategorisierungs- und Suchfunktionen, und Kollaborationssoftware – siehe unseren InfoWeek-Schwerpunkt 7/2007 – greift Projektmitarbeitern bei der Zusammenarbeit im Team unter die Arme. Manche ECMS- und DMS-Lösungen sind jedoch kompliziert zu bedienen und arbeiten mit starren Strukturvorgaben und fixen Taxonomien. Sie sind nicht für den spontanen Wissensaustausch konzipiert, sondern dienen eher als Archiv und zur formellen Publikation unternehmens- oder abteilungsweit relevanter Informationen.