In der Riskoanalyse wird sowohl den Gefahrenquellen als deren
Ursachen bzw. Wirkungen Eintrittswahrscheinlichkeiten zugeordnet. Die
Schätzung dieser Eintrittswahrscheinlichkeiten kann aufgrund eigener Erfahrungen
oder aufgrund externer Berichte und Statistiken erfolgen.
Externe Statistiken können aus unterschiedlichen Quellen
gewonnen werden:
von Versicherern, die ihre Schadensfälle auswerten,
von Herstellern, die aufgrund von Reklamationen,
Hotline-Anfragen, FAQ-Nutzungsstatistikenetrc. Aussagen über die Fehleranfälligkeit
ihrer Produkte geben können,
aus Polizeistatistiken, wie sie beispielsweise das
Bundeskriminalamt
oder das amerikanische FBI
führen,
Ein Schaden im allgemeinen Sinn ist eine (in einer
Währungseinheit wie Euro) bewertete Beeinträchtigung eines Unternehmensziels.
Dies kann eine Rufschädigung (Imageziel), eine Kostensteigerung (Ziel:
Kostensenkung), eine Umsatzeinbuße (Ziel: Umsatzsteigerung) oder gar eine
Beeinträchtigung der Stabilität des Unternehmens sein, die bis zum
Unternehmenszusammenbruch gehen kann (Ziel: Sicherheit, Stabilität, Überleben).
So belegt eine Studie der Meta-Group vom August 1998, dass bei einem 24-stündigen
Ausfall der informationstechnischen Systeme nahezu alle größeren
Unternehmen ernsthaft gefährdet sind. Dass dies in Folge von Sicherheitsproblemen
durchaus vorkommen kann, belegt eine Befragung
von IT-Verantwortlichen und Sicherheitsexperten der Zeitschrift InformationWeek
vom Sommer 2003:
Auch wenn Sicherheitsgefährdungen vielleicht in vielen
Fällen nicht existenzbedrohend sind, dann können sie doch erhebliche
finanzielle Schäden hervorrufen, wie die Studie der InformationWeek
ebenfalls zeigt:
Reduziert man die Unternehmensziele auf monetäre Ziele,
so können folgende Schadensklassen definiert werden:
Kostensteigerung, die wiederum unterteilt werden
kann in
direkte Schadensfolgen wie erhöhte Zinskosten durch Ausfall
des Cash-Management-Systems.
indirekte Schadensfolgen wie eine Haftung des Unternehmens
für unterlassene Sicherheitsmaßnahmen; vom Bitkom
ist im März 2005 ein Leitfaden
zum Thema Haftungsrisiken erschienen, in dem die wichtigsten rechtlichen
Anforderungen zusammengestellt werden. In diese Klasse fällt auch
eine mögliche geringe Kreditwürdigkeit durch fehlendes
oder nachlässiges Sicherheitsmanagement im Zusammenhang mit einem
Basel-II-Rating
des Unternehmens oder anderen
derartigen Ansätzen wie beispielsweise dem Sarbanes-Oxley-Act.
Aufwand für die Wiederherstellung ausgefallener Systeme
bei Datenverlust (Recoverymaßnahmen) oder Systemdefekt (Ersatzbeschaffung).
Mehraufwand für "Handbetrieb", d.h. für die
Überbrückung des Systemausfalls durch Improvisationen in den
Geschäftsprozessen, die Personalkosten (Zusatzpersonal, Aufwand für
die Einarbeitung fachfremden Personals) sowie Materialkosten (Papier,
Fahrtkoste, Beratungshonorare) verursachen.
Erlöseinbußen, die unterteilt werden
können in
direkte Einbußen durch Forderungsausfälle durch Ausfall
des Inkassosystems bzw. der Offene-Posten-Liste im Finanzbuchhaltungssystem,
indirekte Einbußen durch Auftragsverlust, weil Kunden unzufrieden
sind, wenn durch Ausfall von Produktionssystemen das Unternehmen in Lieferverzug
kommt.
Das regelmäßig gemeinsam durch das FBI und das Computer Security Institute
(CSI) durchgeführte Computer
Crime and Security Survey kommt im April 2002 zum Ergebnis, dass die
Schäden in stärkerem Umfang zunehmen als die Zahl der Angriffe. So entdeckten
neunzig Prozent der rund 500 schriftlich Befragten im Jahr 2001 Attacken auf
ihre technische Infrastruktur. 85 Prozent von ihnen berichten über finanzielle
Verluste und 44 Prozent nennen Zahlen. Insgesamt kommt so die Summe von 455,8
Mio. US$ zustande. Mit 170,8 Mio. US$ schlug der Diebstahl von proprietären
Daten zu Buche, ein Schaden von 115,7 Mio. US$ entstand durch Finanzbetrug und
50 Mio. US$ resultierten aus dem unbefugten Zugang ins Firmennetz durch Insider.
Obwohl die Prozentzahl derjenigen, die von Viren und Würmern heimgesucht wurden,
von 94 Prozent im vorangegangenen Jahr auf mittlerweile 85 Prozent sank, nahm
das Ausmaß des finanziellen Schadens zu und stieg von 45,3 Mio. US$ auf 49,9
Mio. US$. Durchschnittlich liegt der Schaden einer derartigen Attacke nunmehr
bei 283 000 US$.
Kontrollaufgabe:
Versuchen Sie, für Ihr Unternehmen die Folgen eines Ausfalls des Webservers
monetär zu bewerten.
Zur Absicherung von DV-Systemen sind Sicherungs-Maßnahmen
auf mehreren Ebenen zu treffen, wobei ein ausreichender Schutz nur durch Maßnahmen
auf allen Ebenen zugleich erreicht werden kann. Diese Maßnahmen
sind aufeinander abzustimmen; der schwächste Teil in diesem Konzept
mit mehreren Ebenen bestimmt letztlich die Gesamtsicherheit des Systems.
Auf der obersten Ebene bieten organisatorische
Massnahmen Schutz vor unberechtigtem physischen Eindringen von
Personen in das Unternehmen und vor daraus folgenden Schäden.
Auf einer weiteren Stufe verhindern die Authentifizierung
bzw. Identitätskontrolle
den Zugang Unbekannter zu Computerressourcen im Unternehmen.
Hat jemand Zugang zu Rechnerrressourcen erhalten,
dann muss durch Zugriffskontrolle
bzw. Autorisierung gewährleistet sein, dass er nur auf die
Ressourcen (Daten bzw. Rechenkapazität) zugreifen kann, für
die er berechtigt ist.
Schliesslich muss durch Verschlüsselung
der Daten verhindert werden, dass Zugriffe auf Daten "um das System
herum" möglich sind, dass also die Zugriffskontrolle ausgehebelt
wird, indem über nicht vorgesehene Rechnerressourcen auf Datenbestände
zugegriffen wird. Der Zugriff wird durch Verschlüsselung zwar nicht
unterbunden; die Daten sind jedoch nur für denjenigen nutzbar,
der als Berechtigter die Möglichkeit zur Entschlüsselung erhält.
... Schutz von Glasflächen gegen Durchbruch/Durchwurf
55 %
3 %
41 %
22 %
2 %
77 %
... Sicherheitstüren
76 %
3 %
21 %
25 %
1 %
74 %
... Brandmeldesysteme
83 %
2 %
15 %
47 %
1 %
52 %
... Löschanlagen
57 %
3 %
40 %
20 %
2 %
79 %
... andere Meldesysteme (z. B. Gas, Staub, Wasser)
37 %
6 %
57 %
9 %
2 %
89 %
... Datensicherungsschränke/-räume
85 %
3 %
12 %
24 %
2 %
75 %
... Schutz gegen kompromittierende Abstrahlung (TEMPEST)
13 %
1 %
86 %
2 %
2 %
96 %
2 %
1 %
97 %
... Maßnahmen gegen Hardwarediebstahl
63 %
3 %
33 %
32 %
6 %
63 %
35 %
11 %
54 %
physikalisches Löschen von Datenträgern
53 %
8 %
39 %
30 %
11 %
59 %
26 %
9 %
64 %
Unterbrechungsfreie Stromversorgung
91 %
3 %
6 %
17 %
7 %
77 %
8 %
2 %
91 %
Klimatisierung
83 %
3 %
13 %
12 %
3 %
85 %
Rückrufautomatik bei Modemzugriff
47 %
4 %
49 %
20 %
2 %
78 %
21 %
3 %
77 %
Reserve-Netzzugang (IT/TK) zur Ausfallüberbrückung
55 %
9 %
36 %
20 %
3 %
77 %
13 %
1 %
86 %
Quelle: <kes>/Microsoft-Sicherheitsstudie
2004
Einen umfangreichen Katalog von Maßnahmen, abgestimmt
auf die Größe des Unternehmens und die jeweiligen Gefahrensituation,
bietet das Grundschutzhandbuch
des BSI. Kataloge wie das BSI-Grundschutzhandbuch
geben aber für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ein technisches und
organisatorisches Sicherheitsniveau vor, dessen Erreichung viele Unternehmen
sowohl finanziell als auch organisatorisch und vom notwendigen Know How her
überfordert. Das eBusiness-Kompetenzzentrum KECoS
hat daher ein Sicherheits-Stufenmodell
entwickelt, das KMUs in überschaubaren und technisch, organisatorisch und
finanziell machbaren Schritten zu sicheren Unternehmen macht.
Speziell an den Mittelstand richtet sich die gemeinsame Initiative
"Mittelstand
sicher im Internet" von Innenministerium und Wirtschaftsministerium. Hier
werden eine Fülle von Informationen zu Sicherheitsmaßnahmen angeboten.
Kontrollaufgabe:
Zeigen Sie an einem praktischen Beispiel, wie organisatorische Maßnahmen,
Maßnahmen zur Identitätskontrolle und zur Autorisierung sowie Verschlüsselung
zusammenwirken können, um ein DV-System wirksam abzusichern.
Derzeit eingesetzte und geplante Sicherheitsmaßnahmen in der Praxis
Derzeit eingesetzte und geplante Sicherheitsmaßnahmen in der
Praxis
Die derzeit in der Praxis vorfindbaren Sicherheitsmaßnahmen
sind in erster Linie der Einsatz von Virenschutz-Software
sowie Massnahmen zur Zugangskontrolle wie Firewall
bzw.VPNs; diese sollen in der nächsten
Zukunft noch verstärkt werden, wie eine Befragung
von IT-Verantwortlichen und Sicherheitsexperten der Zeitschrift InformationWeek
vom Sommer 2003 belegt:
Auch in mittelständischen Betrieben wird inzwischen eine
breite Palette an Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt:
Kontrollaufgabe:
Genügt die Anschaffung von Antiviren-Software und Firewall, um Unternehmen
gegen Angrifffe aus dem Internet adäquat abzusichern?
Zur Klassifizierung möglicher Sicherungsmaßnahmen
benötigt man Klassifizierungskriterien, die einzelne Maßnahmen
nach dem Vorliegen des Kriteriums in Klassen einteilen. Häufig herangezogene
Kriterien sind folgende:
Maßnahmen können danach unterschieden werden,
ob sie konstitutiver oder operativer Natur sind. Konstitutiv sind Maßnahmen,
die einmalig getroffen werden und dann für eine unbefristete Zeit bestehen
bleiben. Beispiele hierfür ist die Schaffung einer Stelle "Sicherheits-Beauftragter"
oder die Anschaffung eines Ausweislesegerätes am Eingang. Operativ
sind Maßnahmen des laufenden Betriebs, die immer wieder getroffen werden
müssen, wie beispielsweise die monatliche Sicherung. Schulung - ist dieser
Kategorisierung nicht eindeutig einordenbar; bestimmte Inhalte sind einmaliger
Natur ("Sicherheitstechnische Grundlagen des Betriebsystems LINUX"),
bestimmte Themen müssen immer wieder geschult (neue Systemreleases) und
daher Teil des Sicherheitskonzepts werden.
Maßnahmen können danach unterschieden werden,
ob sie materieller oder personeller Natur sind; in eine ähnliche Richtung
geht die Unterscheidung in organisatorische und technische Maßnahmen.
Materielle orientierte Maßnahmen sind beispielsweise Anschaffungen
technischer Sicherheitssysteme (Hardware, Socftware). Personelle Maßnahmen
betreffen Stellenausweis, Stellebesetzung sowie Aus- und Weiterbildung wobei
insbesondere die laufende Information und Schulung eine der wichtigsten
Sicherungsmaßnahmen darstellt, denkt man daran, daß für Sicherheitsprobleme
zum größten Teil menschliches
Versagen ursächlich ist.
Materielle Maßnahmen können danach unterschieden
werden, ob sie hardware- oder softwarebezogen sind. Ein Beispiel für
hardwarebezogene Maßnahmen ist die Einführung einer ID-Card
für Mitarbeiter, ein Beispiel für softwarebezogene Maßnahmen
ist die Installation einer Verschlüsselungssoftware (z.B. PGP) auf den
Mail-Clients der Mitarbeiter.
Maßnahmen können danach unterschieden werden, wann
diesen Gefahren begegnet wird:
Vorbeugende Maßnahmen wie beispielsweise Virenwächter
(Shields) verhindern, daß überhaupt eine Gefährdung entsteht.
Hierzu werden immer mehr sogenannte Vulnerability-Assessment-Tools
(VA) eingesetzt; diese "Schwachstellen-Scanner" helfen Unternehmen
dabei, mit Hilfe von Penetration-Tests ihre „Verwundbarkeit“ einzuschätzen,
und unterstützen die Entwicklung einer individuellen Sicherheitsstrategie.
Neben kostenlosen Tools wie Satan,
Saint,
Nessus oder Sara
werden dazu kommerzielle Produkte wie Bindview,
Eeye oder Pentasafe
eingesetzt. Auch "klassische" Anbieter von Sicherheitssystemen wie
Network Associates oder
symantec haben solche
Tools im Portfolio. Vulnerability Assessments werden auch als Dienstleistung
beispielweise von Qualys,
Vigilante
oder Integralis
angeboten. Die Zeitschrift KES,
Zeitschrift für Kommunikations- und EDV-Sicherheit, veröffentlichte
in ihren Ausgaben 2/2002 und 3/2002 Übersichten, in denen insgesamt 63
Penetration-Test-Dienstleister ihre Leistungen darstellen.
Erkennende Maßnahmen wie beispielsweise Virenscanner
oder Intrusion Detection Systeme stellen
fest, ob eine Gefahr vorliegt bzw. welche Gefahr vorliegt. In diese Kategorie
fallen auch Honey
Pots; dies sind Systeme die es aktiv darauf anlegen, attackiert zu
werden, Informationen über Attacken zu sammeln und, wenn möglich, den
Angriff zu verlangsamen, zu stoppen oder komplett abzuwehren. Ein Honey Pot
ist also ein Rechner, der von Hackern angegriffen werden soll, ohne dass diese
jedoch damit Schaden anrichten können, sondern geradezu in eine Falle
tappen. Mittlerweile existieren jedoch bereits Techniken und Tools für
Angreifer, um Honeypots zu erkennen
und sogar zu bekämpfen. Eine ausführliche Darstellung über
Honey Pots findet man u.a. unter http://enterprisesecurity.symantec.com/symes445.cfm?JID=2&PID=13758522.
Korrigierende Maßnahmen wie beispielsweise
Virenkiller, die befallene Dateien von Viren reinigen, werden eingesetzt,
um erkannte Gefährdungen bzw. ihre Folgen zu beseitigen.
Ein wichtiger Teil der korrigierenden Maßnahmen sind Notfallmaßnahmen,
die in Notfallplänen bereits "in der Schublade" liegen
sollten; diese sind meist Teil umfangreicherer Business-Continuity-Konzepte.
Dafür sind bereits Standards in Entwicklung; beispielsweise hat im Juli
2006 das British Standards
Institute (BSI) eine Vorabversion des Standards BS
25999-1 Guide of Practice for Business Continuity Management (BCM) veröffentlicht.
Notfallmaßnahmen berücksichtigen folgende Anforderungen und Maßnahmen:
Quelle: <kes>/Microsoft-Sicherheitsstudie
2004
Ignorierende Maßnahmen wie beispielsweise
Versicherungen werden eingesetzt, wenn eine Verhinderung des Gefahreneintritts
nicht oder nicht mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand möglich ist
(z.B. weil der Gefahreneintritt zwar theoretisch denkbar, jedoch sehr unwahrscheinlich
ist), wenn aber der resultierende Schaden sehr hoch ist.
Versicherungen
abgeschlossen von
bereits beansprucht (Nennungen)
Feuerversicherung
79 %
6
Sachversicherung
69 %
33
"Technologie-Police" o.ä. (Kombination von Elektronik- u. Maschinenversicherung)
19 %
3
Computermissbrauch-Versicherung
11 %
0
Datenmissbrauch-Versicherung
7 %
0
Datenrechtsschutz-Versicherung
7 %
0
Sonstige
5 %
2
Datenversicherung/Softwareversicherung
3 %
3
Elektronik-Betriebsunterbrechungsversicherung
3 %
3
erw. Datenversicherung (inkl. Schäden durch Viren, fehlerhaftes
Programmieren, versehentliches Löschen)
1 %
1
Mehrkostenversicherung
1 %
1
keine
22 %
Quelle: <kes>/Microsoft-Sicherheitsstudie
2004
Deligierende Maßnahmen: Die Konzeption und
Realisierung von Sicherheitsmaßnahmen wird an einen Dienstleister ausgelagert
(Managed
Security Services, Outsourcing von Sicherheitsdienstleistungen).
Notwendig wird dies bei vielen Unternehmen durch die gestiegene Komplexität
der IT-Sicherheitskonzepte und die Einsicht, dass das Outsourcen des IT-Sicherheitsmanagement
Kosten senkt, fehlende Fachkräfte ersetzt und IT-Ressourcen für das Kerngeschäft
freisetzt. Managed Security Services ist noch eine recht junge Dienstleistungsbranche.
Security-Experten überwachen Daten und Netzwerke von Unternehmen rund um die
Uhr. Bevorzugte Outsourcing-Bereiche sind - so die <kes>/Microsoft-Sicherheitsstudie
2004 - neben der Entsorgung von Datenträgern die Firewall
sowie Intrusion-Detection-Systeme.
Als Beratungs- und Serviceleistungen werden von Sicherheitsdienstleistern
vor allem Vulnerability Scans für Unternehmens-Netzwerke, Penetrationstests
und die Überwachung des eMail-Verkehrs angeboten.
Integralis,
Anbieter von IT-Sicherheitslösungen, beispielsweise unterscheidet seine
Managed Security Services in
Alarm Center: Logfile-Auswertung, alarmieren
bei sicherheitsrelevanten Vorfällen, informieren über sämtliche Ereignisse
an den überwachten Systemen und Netzwerk-Diensten, Vorschläge zur Konfigurationsverbesserung,
Überwachung der Verfügbarkeit der Systeme und Netzwerkdienste, Änderungen
an der Firewall-Policy.
SecureCenter: komplett gemanagter Firewall-Service
mit Firewall-Überwachung, Systemmanagement und Management des Firewall-Regelwerkes.
E:)Scan: Virenüberprüfung der ein- und ausgehenden
E-Mails (Dateianhänge, anstössige Inhalte, Abwehr von Spam-Mails), technische
Umsetzung der kompletten E-Mail-Policy.
S3-Services: Sicherheitsspezialisten führen
Security Checks und simulierte Hackerangriffe von einer hoch gesicherten
Umgebung aus durch und decken so die Anfälligkeit von IT-Systemen und
Daten des Unternehmens gegenüber Angriffen und Viren auf.
Nach ISO17799
bzw. BS7799 zertifizierteManaged
Security Services bietet Symantec
an. Die angebotenen Services umfassen unter anderem Schwachstellen-, Integritäts-,
Virenschutz- und Firewall-Management sowie Intrusion Detection und die Einleitung
entsprechender Gegenmaßnahmen.
Kontrollaufgabe:
Welche Maßnahmen werden in Ihrem Betrieb getroffen. Auf welcher Maßnahmenklasse
liegt der Schwerpunkt? Warum?
Personelle Maßnahmen: Kritische Personalauswahl,
Schlüsselregelungen (auch von "Nebenräumen"), Taschenkontrolle, Ausweis von
Stellen für Sicherheitspersonal. Hierunter fallen auch Schulungsmaßnahmen;
diese umfassen sowohl die Schulung der Bedienung/Konfiguration von sicherheitskritischen
Systemen (technische Schulung, z.B. Einrichten des Virenscanners) als
auch insbesondere das Einüben des sicheren Umgangs mit IT-Systemen (Verhaltenstraining).
Beispielsweise entsteht eine sehr kritische Sicherheitslücke im Unternehmen,
wenn Mitarbeiter ihren an das Unternehmens-Netzwerk angeschlossenen PC
unbeaufsichtigt lassen und damit Unbefugten die Möglichkeit bieten,
Daten auf dem PC einzusehen, zu verändern bzw. Schadenssoftware zu installieren.
weitere organisatorische Maßnahmen: Werkschutz,
Besucherausweise, Notfallplan,
Sicherheitsrichtlinien. Hierunter fallen auch nicht-technische Maßnahmen
zum Schutz der betrieblichen DV-Systeme wie beispielsweise gegen akustische
Abstrahlung; so fanden Forscher
der University of California in Berkeley im September 2005 heraus, dass
man aus einem 10-minütigen Mitschnitt des Tippverhaltens einer Person
auf der Tastatur etwa 90 Prozent der getippten Wörter herausfinden kann
- darunter natürlich auch Passworte und Zugangsdaten.
Das Grundschutzhandbuch
des BSI sieht eine Reihe von organisatorischen Massnahmen vor; dort werden
die ersten beiden Kategorien jedoch als Infrastrukturmassnahmen bezeichnet,
die letzten beiden Kategorien werden explizit als Organisation bzw. Personal
bezeichnet.
Kontrollaufgabe:
Welche organisatorischen Massnahmen im Grundschutzhandbuch entsprechen typischerweise
dem Kompetenzprofil eines Wirtschaftsinformatikers?
TEMPEST: Ausspähen durch elektromagnetische Abstrahlung
Das "Abhören" der elektromagnetischen Abstrahlung von
Computergeräten ist schon lange eine geübte Praxis in den Kreisen der Geheimdienste
und der Wirtschaftsspionage, und stellt eine ernste Bedrohung für Behörden oder
Unternehmen dar. Man kann davon
ausgehen, dass es allein in Deutschland jedes Jahr mehrere hundert Versuche
gibt, die Abstrahlung von Monitoren, Computern oder Tastaturen zur Informationssammlung
zu nutzen. Auch bei Bankautomaten kann die Abstrahlung eingefangen werden; so
lassen sich eingegebene PINs mit anderen Daten von EC-Karten abhören.
TEMPEST
(Transient Electromagnetic Pulse Emanation Standard) steht nun für Techniken,
mit denen elektromagnetische Strahlung von Geräten reduziert werden kann,
die Daten darstellen und verarbeiten bzw. für Techniken, die diese Abstrahlsignale
stören. Beispiele sind:
Schutzschilder aus Metall: Die Einrichtung ist jedoch
aufwendig, teuer und unhandlich.
Überlagerung
der Geräte-Abstrahlung durch zufällige Störsignale, die die eigentlichen
Datensignale durch Rauschen überdecken. Die amerikanische Sicherheitsbehörde
NSA bezeichnet diese Möglichkeit
als "TEAPOT": A short name referring to the investigation, study, and
control of intentional compromising emanations (i.e., those that are hostilely
induced or provoked) from telecommunications and automated information systems
equipment.
prophylaktische Massnahmen, die abhörbare Abstrahlung
bereits im betreffenden Gerät verhindern: In einem normalen PC werden
beispielsweise die magnetischen Leseköpfe stets über den Daten gehalten, auf
die man zuletzt zugegriffen hat. Da diese Daten immer wieder gelesen werden,
ist ihre elektromagnetische Abstrahlung ein perfektes Signal für Lauscher.
Um diesem Problem zu begegnen, kann man - durch ein Programm - die Leseköpfe
über einem leeren Bereich der Festplatte "parken". Die Abstrahlung von einem
Monitor läßt sich beispielsweise dadurch sicherer vor Lauschangriffen
machen, indem man einen Font für die Buchstaben mit abgerundeten Ecken nimmt,
was die hochfrequente Strahlung vermindert.
Der britische Kryptographieexperte Ross
Anderson, der selbst Patente für Tempest-Schutztechniken wie die oben genannten
eingereicht hat, geht davon aus, dass die Lauschangriffe auf Abstrahlung schnell
billiger werden und so prinzipiell vielen Menschen zur Verfügung stünden. Man
kann etwa, wie Anderson versichert, "einen Tempest-Virus schreiben, um den PGP-Schlüssel
des Feindes zu erhalten und ihn ohne sein Wissen abzustrahlen, in dem man die
Muster auf seinem Bildschirmschoner manipuliert. Die Signale lassen sich bereits
mit einem billigen Kurzwellenradio empfangen." Man kann beispielsweise nicht
nur den Text auf einem Bildschirm lesen, sondern auch die Lizenznummer des Textprogramms
- und kann dadurch die Existenz von Raubkopien feststellen, bekommt aber gleichzeitig
keine Probleme mit der Privacy.
Kontrollaufgabe:
Erstellen Sie für vertrauliche Daten Ihres Unternehmens ein TEMPEST-Konzept.